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AG Theater Rämibühl am Jugendtheaterfestival Aarau

Eröffnungsfeier

Die AG Theater wurde mit der Produktion


„Schwärmen“ ans 4. Jugendtheater-Festival in Aarau eingeladen. Rückblick von Meret König (6a).
[8.10.17] 

Reise in die Theaterwelt

Das Jugendtheaterfestival liegt jetzt schon eine ganze Weile zurück, aber das Echo ist immer noch gewaltig. Am Mittwochmorgen bin ich aufgewacht, um meinen Koffer zu packen. Eingepackt habe ich nicht viel, die meiste Zeit würde ich hoffentlich sowieso in alten T-Shirts und bequemen Hosen auf der Bühne im Spiel vertieft verbringen. Dazu habe ich noch eingepackt: Vorfreude und ein mulmiges Gefühl.
Aarau ist nicht weit weg, trotzdem hat sich die halbe Stunde Zugfahren angefühlt wie eine Reise in die Staaten oder nach Japan. Zumindest für mich. Wie eine Schulklasse hatten wir als AG ein paar Abteile für uns. Eine richtige Exkursion, eine AG-Fahrt ins Abenteuer. Das Gesprächsthema, was diese halbe Stunde Zugfahren dominierte, war weniger das Festival als ganzes, sondern mehr die Vorführung am Abend, die auf einer Bühne von sich gehen würde, über die wir bis dahin nur Gerüchte gehört hatten. Perfekte Voraussetzungen für eine technische rundum flüssige Aufführung, nein, perfekte Voraussetzungen für eine energievolle und spannende Aufführung, auf jeden Fall.
Das erste Betreten unserer Bühne war ein sehr besonderer Moment. Die alten Holzwände, mit den hohen Fenstern, die mit Tüchern verhängt waren, um vor die Halle abzudunkeln. Dazu Dachgebälk und eine steil ansteigende Tribüne. Nicht ganz das Abbild der Aula, aber als das Publikum in die alte Reithalle Aarau zu tröpfeln begann, wurde klar, dass das keine Rolle spielen konnte. Die Energie vibrierte in diesem Raum, wir mussten uns ihrer nur bedienen.
Der Abbau nach der gelungen Aufführung war bittersüss. Es war nun immerhin wirklich das allerletzte Mal, das wir mit "Schwärmen" auf der Bühne stehen konnten. Gleichzeitig konnte das Festival jetzt so richtig beginnen. Und wie es begann. Es hörte gar nicht mehr auf zu beginnen. Im Nachhinein kommt es mir vor wie ein wilder Traum. Es war bunt und laut, verspielt und hatte Tiefgang. Der erste Tag begann für mich mit einem wundervollen Tanz-Workshop, im Herzen Aaraus; im Stadtmuseum. Das Tolle ist, jemanden über das Spiel kennenzulernen. Nichts über jemanden zu wissen, aber sich auf ihn einzulassen und mit ihm zu tanzen. Nach und nach haben sich diese Fremden zu Freunden entwickelt. In sehr kurzer Zeit. Das Festival war auf eine Art ein Konzentrat. Es war konzentriertes Anfreunden und konzentriertes Sammeln von Erfahrungen, konzentriertes Leben. Die Tage haben sich angefühlt wie Wochen und am letzten Tag wieder abzufahren, hat sich angefühlt wie eine neugewonnene Heimat hinter sich zu lassen.
Natürlich war es auch fantastisch, die Stücke der anderen Teilnehmer zu sehen. Aber es war noch fantastischer, weil man sie auch hinter den Kulissen kennenlernte. Zudem hatten wir trotz reichlich Programm auch eine Menge Freiraum, sodass ein Besuch einer Jam-session im Jazzclub Aarau und spontanes Baden in der Aare drin lagen.
Die Menschen waren alle spannend, offen und theaterbegeistert. Das perfekte Umfeld also. Das zeigte sich vor Allem auch bei der Open Stage, wo sich alle auf einer Bühne vor den anderen austoben konnten. So schnell wie es loswirbelte, war das Festival auch vorbei. Am Sonntagmittag gab es noch die letzte Vorführung einer Tessiner Truppe, die uns alle mit ihrer menschlichen Art und energetischen Spielweise in den Bann zog. Danach leerte sich das Zelt vor der Reithalle allmählich. In Tropfen zog man Richtung Bahnhof, sehr reuevoll, dass es nun schon vorbei sein sollte. Ganz vorbei war es aber nicht, und wird es auch nie sein. Die Intensität und die Freuden des Festivals hallen jetzt noch nach. Das Festival hat mich und viele meiner Freunde auf die unterschiedlichsten Arten verändert, reifer und ein Stück weit auch bereiter für die Welt da draussen, für den Rest des Lebens, gemacht. Es hat mir gezeigt wie ein Theaterleben aussehen könnte und es hat mir Einblicke gegeben in mich und andere, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Wie es eine Freundin ausdrückte: „Das Theaterfestival hat mir durch Einblicke in andere Theatergemeinschaften neue Facetten meiner Wahrnehmung geöffnet und verhalf mir wieder frische Freude am einzelnen Menschen mit all seinen Eigenheiten zu finden.“

 

Bild

Legende: Die AG-Theater Rämibühl am Jugendtheater-Festival in Aarau.

 

4.10.2017/Text und Bild: Meret König (6a)

 

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